FC Alemannia Unterkirnach e.V.

Bilder FC Unterkirnach

Vereinschronik FC Unterkirnach
Die Jahre 1921 bis 1939

Die Jahre 1921 bis 1929

Wie hat es begonnen?

Nikodemus Ketterer, Weiherdeiwiesenbauer, hatte ein Gelände auf dem „Rütteliacker“, oberhalb des Ackerlochs, kostenlos zur Verfügung gestellt, als eine kleine Schar von Sportlern (22) am 03. Juli 1921 im „Rößle“ die Gründungsversammlung abhielt.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Walter Rosenfelder gewählt.2. Vorsitzender wurde Wilhelm Weißer, Schriftführer Oskar Neugart, Kassier Wilhelm Weißer.

8 Gründungsmitglieder konnten dann noch die 50er Jubiläumsfeier miterleben, unter ihnen auch der damalige 1. Vorsitzende.

In der ersten Vereinssatzung, die 1921 erlassen wurde, ist nachzulesen, dass der Verein anstrebt, zur damaligen Zeit wohl noch nötig, die Anerkennung und Wertschätzung des Sports zu erzielen. Pflege von Kameradschaft und Geselligkeit war ein weiteres Ziel. Das erste „Wettspiel“ wurde mit Vöhrenbach bestritten und brachte 41,25 Mark Einnahmen, das Ergebnis ist nicht festgehalten. Der Erfolg wohl mäßig, denn ein Wiederholungsspiel erzielte nur noch 20,15 Mark an Einnahmen.

Ein Unterhaltungsabend im „Rößle“ am 19. November für Mitglieder und Angehörige zeigt, dass sich der Verein auch gleich um Kameradschaft bemühte. Schlusssatz des Schriftführers im Bericht: „Herr Rißler von Vöhrenbach hielt komische Vorträge.“

Bereits am 12.11.1921 wurden zum 1. Vorsitzenden Franz Winz, am 29.04.1922 Alfred Rosenfelder gewählt. Um 5.00 Uhr morgens startete der junge Verein am 07.05.1921 zu einem Maiausflug nach Mönchweiler, dort wurden gegen den FC Mönchweiler Spiele ausgetragen und später wieder nach Hause gelaufen.

Die eigentliche Gründungsfeier des Vereins mit Turnier (8 Mannschaften – Start Inflationsgeld 10.000-15.000 Mark je nach Spielklasse) fanden am 06. Mai 1923 statt. Ein Festzug mit Festreitern, Festdamen, Ortsmusikkapelle, Radfahrverein „Waldeslust“ und 10 Fußballvereine bewegte sich mittags vom Dorf über den Grund zum „Rütteliacker“. Nach Abschluss des Turniers wurde in geschlossenem Zug vom Festplatz „Rütteliacker“ zum Gasthaus „Rössle“ marschiert, wo die Siegerehrung und Preisverteilung stattfand. Ein Lampionumzug durchs Dorf beschloss die gelungene Gründungsfeier.

Schon am 10. Mai 1923 fand im „Rößle“ wieder ein Unterhaltungsabend mit Kaffee und „Fußballnudeln“ unter Mitwirkung der Musikkapelle statt.

Am 05.08.1923 beteiligte sich die 1. Mannschaft an der Gründungsfeier mit Pokalspielen beim Sportclub Hochemmingen. Die Abfahrt mit dem Pferdefuhrwerk des Vorsitzenden war auf morgens 4.00 Uhr festgelegt, das erste Spiel mit Unterkirnacher Beteiligung fand um 6.30 Uhr morgens statt, gegen Allmendshofen (2:1). Es wurde bis zum Abend der 3. Platz erreicht.

Am 11.08.1923 fand nach einem Spiel gegen den FC Freiburg – 4. Mannschaft – ein gemütlicher Abend mit Lampionumzug statt.

Am Ende des Jahres 23 tauchen im Kassenbuch astronomische Zahlen auf (Inflation), die heute selbst die reichsten Fußballclubs der Welt nicht annähernd erreichen. Die Einnahmen betrugen in der Abrechnung 23003 Billionen, 230 Milliarden, 523 Millionen, 125 Tausend 797 Mark.

1924 lud der Verein am 03, März, 18.30 Uhr, zu einer Fastnachtsveranstaltung des Vereins mit Theater und Tanz ein. Alljährlich danach hielt man an der Ortsfastnachtsmitgestaltung, wie langjährig an der Gestaltung des Kirchweih-Sonntags (Hammellauf – Tanz), fest. 1924 sind im Protokoll des Schriftführers Kurt Blessing Pokalteilnahmen in Kirchdorf und Klengen verzeichnet. Ein besonderes Ereignis war ein Spiel am 30.11.1924 gegen den VfR Konstanz. Die Spieler wurden am Ortsrand begrüßt und mit Musik ins Vereinslokal „Rössle-Post“ geleitet. Die Konstanzer siegten 3:1.

Zum Rückspiel (Sonntag Vormittag 18.05) gegen den SC Freiburg musste der schlechten Zugverbindung wegen schon am Samstag Nachmittag abgefahren und früh am Mittag von dort wieder heimwärts gefahren werden, so dass die Mannschaft das Spiel des Tages – FC Freiburg gegen Westham United – nicht mehr sehen konnte.

1925 vermerkt der Schriftführer die erste Trainerverpflichtung (Herr Riesterer aus Villingen) und prompt folgte beim Pokalturnier in Mönchweiler erstmals der Gesamtsieg. Weitere Pokalteilnahmen folgten in Peterzell und Tannheim ohne nennenswerte Erfolge. An der Verbandspielrunde beteiligte sich Unterkirnach erst ab der Spielzeit 27/28.

Im Generalversammlungsbericht 1927 ist zu lesen: „Nachdem der Schriftführer das Protokoll über das Jahr 1926 verlesen hatte, wurde er nach einjähriger Tätigkeit vom 1. Vorsitzenden seines Amtes enthoben.“ Außer dem Bericht über die Generalversammlung war 1926 nichts vermerkt. Neuer Schriftführer wurde Robert Blessing, Kassier seit 1925: Hubert Ketterer.

Das erste Verbandspiel am 28.08.27 wurde gegen Marbach 2:4 verloren. Das erste gewonnene Verbandspiel datiert am 11.09.27. Es wurde 4:0 gegen St. Georgen gewonnen. Am Ende der ersten Spielzeit wurde Platz 4 unter 6 teilnehmenden Mannschaften erreicht.

In der Generalversammlung 1928 wurde Fritz Duffner neuer Kassier. Beschlossen wurde, neben Fußball nun auch Leichtathletik zu betreiben.

Die Verbandspiele 28/29 wurden in der 2. Spielrunde wegen schlechter Witterungsverhältnisse eingestellt.

Die Generalversammlung 1929 bestätigte wiederum Alfred Rosenfelder als 1. Vorsitzenden, 2. Vorsitzender Donath Ketterer, Schriftführer Robert Blessing, Kassier Hubert Ketterer, Jugendleiter Donath Ketterer.

Beim Pokalturnier am 15./16. Juni 29 in Schonach zog Unterkirnach zweimal das Freilos und kam so kampflos in die Endrunde. Es wurde der zweite Pokalsieg erreicht – nach harten Kämpfen.

Die Jahre 1930 bis 1939

Inzwischen nahm auch die Jugendmannschaft des Vereins an Verbandspielen teil. Der Protokollführer vermerkt nach Abschluß der ersten Runde am 13.06.30: „4 Punkte wurden gewonnen bei einem Torverhältnis von 8:35.“ Es fehlt der Jugend noch sehr am Training.“

Trotzdem wurden zu einem Auswahlspiel beim Gau-Jugendtag in Schonach am 22. Juni 30 4 Unterkirnacher Jugendspieler berufen: Alfons Furtwängler, zur Zeit der Chronikerstellung 45 Jahre alt, wohl der einzige noch lebende Fußballer aus der Gründerzeit, spielte seit 1927 meist schon in der 1. Mannschaft mit 17 Jahren. Die weiteren Auswahlspieler: Karl Burger, Karl Müller, Otto Müller. Beim Sportplatz auf dem „Rütteliacker“ wurde 1930 eine Weitsprunganlage gebaut und „endlich“, wie der Schriftführer vermerkt, ein Platz-Mietvertrag mit Nikolaus bzw. Franz Ketterer geschlossen auf 5 Jahre, bei einer Platzmiete von 25 Mark pro Jahr. Eine Vereinsmusikkapelle wurde 1930 für kurze Zeit ins Leben gerufen.

Samstag, den 29 November 1930, wurde im Rahmen eines Unterhaltungsabends das 10-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Die ältesten Spieler des Vereins nämlich Simon Götz und Karl Duffner, wurden geehrt.

Von den Gründungsmitgliedern waren anwesend: Alfred und Fritz Rosenfelder, Leopold Beha, Franz Winz, Karl und Wilhelm Moser. Leider konnte Walter Rosenfelder, der Gründer des Vereins, nicht anwesend sein. Der Chronist Hubert Ketterer schreibt: „Für Unterhaltung sorgte unser Vereinskomiker Karl Duffner, so dass dieser Abend im Gegensatz zu den übrigen Veranstaltungen in wirklich harmonischer Weise verlief.

1931 wurde in der Generalversammlung der Bau einer Hütte beim Sportplatz mit einem Umkleideraum beschlossen. Die von Hauptlehrer Bieger und Hubert Ketterer neu bearbeitete Vereinssatzung wurde angenommen. In eine Jugendauswahl wurden 1931 Emil Moosmann und Lothar Moser berufen.

Erstmals gelang es der 1. Mannschaft nach 10-jährigem Bestehen Kreismeister der B-Klasse zu werden, was in einer Feier gebührend gewürdigt wurde. Die Aufstiegsspiele wurden in einer Frühjahrsrunde 1932 ausgetragen. Unterkirnach gewann das Endspiel gegen Tumlingen in Schiltach 5:1 und stieg in die A-Klasse auf. Erfreut registrierte der Verein den Neueintritt seines langjährigen Spielers und Schriftführers Kurt Blessing, der 1932 2. Vorsitzender wurde, sicher auch deshalb, weil der dauernd in eminenten Finanznötigen steckende Verein sich Unterstützung versprach. Nachdem in den Berichten immer wieder das Fehlen eines geeigneten Trainingsleiters bemängelt wurde, übernahm Kurt Blessing auch diese Arbeit.

Die Jugendarbeit verzeichnet trotz Bemühen der Jugendleiter Erwin Schreiber und Paul Kammerer einen Rückschlag. Eine komplette Mannschaft zu stellen war nicht möglich. Das Training einer 2. Mannschaft übernahm Simon Götz.

Immer wieder beteiligten sich Mannschaftsteile an örtlichen und überörtlichen Leichtathletikwettbewerben, sowie am Jugendskitag, der zum Beispiel schon 1932 der schlechten Schneeverhältnisse wegen, mehrfach verschoben werden musste.

Nach 10-jähriger Vereinsführung legte Alfred Rosenfelder sein Amt 1932 nieder; der 2. Vorsitzende Kurt Blessing wurde neuer Vorsitzender, Stellvertreter Simon Götz. 1933 übernahm der langjährige Spielführer, Schriftführer und Kassier Hubert Ketterer das Amt des 1. Vorsitzenden. Schriftführer wurde Franz Gutmann, Kassier und Spielführer Artur Günter. Erstmalig werden Mietspieler aus Oberkirnach erwähnt.

Eine Fastnachtsveranstaltung wurde auch in diesem Jahr durchgeführt bei einer Eintrittsgebühr von 30 Pfennig.

Anlässlich eines Jugendtages mit Waldlauf und gleichzeitigen Flugtages in Villingen soll unserer immer noch dezimierten Jugendmannschaft die Möglichkeit eines Freifluges

Geboten werden. Erstmals wurde je 1 Platzordner, Platzwart und Hüttenwart gewählt.

Hervorragend von der Presse gewürdigt wurde das sehr gute Abschneiden der einzelnen Mannschaften „des Landvereins Unterkirnach“ beim Waldlauf in Villingen.

Am 29. Juni 33 wurde das Amt des 1. Vorsitzenden auf Anordnung der NSDAP in „Führer des Vereins“ umbenannt. Am Ende der Generalversammlung musste stehend das Horst Wessel- und Deutschlandlied gesungen werden, außerdem Gelände- und Wehrsport in die Vereinsarbeit aufgenommen werden. Es fällt auf, dass ab 1934 keine Ämterwahl mehr stattfand.

Der Vereinsführer hatte die Funktionsinhaber, wohl mit Zustimmung der SA, zu ernennen.

1933 fand sich die 1. Mannschaft durch Neueinteilung plötzlich wieder in der Kreisklasse II, 1934 dann Aufstieg in die Kreisklasse I und Wiederabstieg.

Hauptlehrer Bieger wurde 1935 Vereinsführer, da Hubert Ketterer das Amt des Jugendleiters übernehmen musste und die Doppelbelastung ablehnte. Stellvertretender Vereinsführer wurde der frühere langjährige Vorsitzende Alfred Rosenfelder. Noch im selben Jahr wurde durch Versetzung des Vereinsführers Bieger eine Neubesetzung fällig. Karl Storz übernahm das Amt. Eine zusätzliche Aufgabe übernahm der Verein auf Anregung von Pfarrer Reiter in Form einer Theateraufführung zu Weihnachten 1935. Erstmals wird 1936 die Beteiligung des FC am Fastnachtsumzug der Narrengesellschaft erwähnt. Das Amt des Vereinsführers wechselt wieder zu Alfred Rosenfelder; Pfarrer Reiter hatte in der Generalversammlung 36 die Durchführung eines Vereinsausfluges angeregt. Dieser fand zusammen mit Kirchenchor und einer Abteilung der Musikkapelle am 27. September mit 2 Omnibussen statt. In der Forbacher Kirche hielt Pfarrer Reiter einen Gottesdienst, der Kirchenchor umrahmte unter Leitung von Karl Moser. Baden-Baden und Mummelsee waren weitere Stationen. Schneegestöber beeinträchtigte den ansonsten herrlichen Ausflug, an dessen Gelingen auch die Musikkapelle ihren Anteil hatte.

Ende 1936 wurde die Anlegung eines neuen Sportplatzes auf der von der Gemeinde dafür gekauften Dorfwiese beim Rathaus in der Vorstandschaft besprochen.

In der Generalversammlung 37 wurden die Vereinsmitglieder zur regen Mitarbeit am Aufbau des neuen Sportplatzes aufgerufen.

Die Generalversammlung 1938 fand in der Wohnung des Vereinsführers Rosenfelder statt. Die Vorstandschaft veränderte sich geringfügig. Schriftwart wurde für Franz Gutmann wieder Hubert Ketterer, Jugendleiter Fridolin Günter. Der Sportplatzbau musste nach Ablehnung der Unterstützungsanfrage an den Sportverband vollständig in Eigenarbeit der Mitglieder erfolgen. Der Vereinsführer stellte unzureichende Unterstützung derselben im abgelaufenen Jahr fest. Die Kreisklasse I und II wurde zusammengelegt, so dass Unterkirnach schärferer Konkurrenzwind um die Ohren blies. Trotzdem wurde wider Erwarten der 3. Platz erreicht – gegen folgende Gegner: Furtwangen, Triberg, St. Georgen, Schonach, Tennenbronn und Schönwald.

Die Generalversammlung 39 wurde von Pfarrer Reiter als Vertreter des Vereinsführers geleitet. Erwähnt wurde, dass der Verein nunmehr seit einigen Jahren über ein gutes finanzielles Polster verfüge. Die Jugendleitung übernahm Konrad Beha. Huber Ketterer legte zum Sportplatzbau einen Spielerverpflichtungsvorschlag vor (24 Stunden pro Spieler), der angenommen wurde.

Nach Ausbruch des Krieges musste der in diesem Jahr erfolgreich begonnene Verbandsspielbetrieb eingestellt werden, da Dreiviertel der 1. Mannschaft eingezogen wurde. Es waren dies: Artur Günter, Josef Günter, Konrad Beha, Hugo Ganter, Pirmin Weißer, Rudolf Weißer, etwas später Fridolin Günter, Alfons Furtwängler und Emil Moosmann. Der neue Sportplatz war leider vor Beginn des Krieges nicht mehr fertiggestellt worden. Der Jugendspielbetrieb lief 1939 weiter und erstmals findet eine Schülermannschaft Erwähnung, die 1940 sogar an Verbandsspielen mit guten Erfolgen teilnahm, was erstmals auch wieder von der 1. Jugendmannschaft erwähnt werden kann.