FC Alemannia Unterkirnach e.V.

Bilder FC Unterkirnach

Vereinschronik FC Unterkirnach
Die Jahre 1940 bis 1969

Die Jahre 1940 bis 1949

Die beste Runde spielte seit Bestehen des Vereins die Jugend 1941 mit folgenden Spielern: Lauble Josef, Moser Hubert, Storz Franz, Storz Hermann, Schwarzwälder Andreas, Schwarzwälder Karl, Markgraf Emil, Liebmann Karl, Storz Josef, Lauble Fritz, Pfaff Egon, Hilser Fridolin.

Die ersten Gefallenenmeldungen lösten auch beim Verein Trauer aus. Zwei langjährige Spieler fielen im Kriegsjahr 41, nämlich Wilhelm Zuckschwerdt und Rudolf Weißer. 1942 war der zahlreichen Einberufungen wegen auch ein Jugendspielbetrieb nicht mehr möglich.

Gefallen sind 1942: Artur Günter, Kassier seit 33 „die 1. Mannschaft hat ihren Besten verloren“. Des weiteren: Hermann Schuler, Josef Günter, Alfons Rapp und Fritz Liebmann. Schriftführer Hubert Ketterer schreibt: „Noch nie dürfte es dem Schriftführer des Vereins so schwer geworden sein bei der Niederschrift des Jahresberichts. Doch wir wollen nicht verzagen, wir wollen aufschauen und denen danken, die das Beste für uns gegeben haben und auch ihr Leben.“

1943 entfiel, wie schon 1942, die Generalversammlung. Die geschäftlichen Aktivitäten, Schriftführer, Kassier, Jugendleiter wurden von Hubert Ketterer wahrgenommen, der neben Otto Beha als einziger Spieler noch nicht einberufen war. 1943 konnte überraschend wieder eine Jugendmannschaft auf die Beine gebracht werden, die in Pflicht- und Privatspielen gut mitmischte.

Gefallene des Vereins 1943: Andreas Schwarzwälder, Hermann Storz, Franz Schneider, Werner Blessing, Hans Rosenfelder, Fridolin Hilser, German Furtwängler, Artur Kammerer.

1944 mußte der Sportbetrieb komplett eingestellt werden. Hütte und Tore auf dem alten Sportplatz wurden total zerstört von Randalierern, die nie gefasst wurden. Wiederum sechs Gefallene sind zu vermelden: Rudolf Weißer, Oskar Haas, Josef Lauble aus Oberkirnach, Engelbert Haas, Hermann Schwarzwälder, Emil Markgraf, die beiden letzteren aus dem Stockwald.

1945 kehrten einige Jugendspieler und die ersten beiden aus der 1. Mannschaft aus der Kriegsgefangenschaft heim. Es waren dies: Fridolin Günter und Emil Moosmann. 1945 fand am 23.3. auf Initiative von Hubert Ketterer die erste außerordentliche Generalversammlung statt. Hubert Ketterer, der die Versammlung leitete, gedachte zunächst der 21 gefallenen Soldaten des Vereins. Wurde in der Vorkriegszeit oft das Desinteresse an Versammlungen beklagt, oft nur 10 – 14 Mann, so waren dieser Zusammenkunft 22 Mitglieder gefolgt. Karl Wäscher erwähnte in seinem Bericht das unglaubliche Engagement und die Gewissenhaftigkeit von Huber Ketterer für den Verein während des Krieges. Neuer Vorsitzender wurde zum wiederholten Male Hubert Ketterer, Schriftführer Karl Wäscher, Kassier Helmut Weißer. Viele Probleme standen an. Der Vorsitzende betraute 9 Mitglieder mit jeweils einem Sachgebiet, für das sie voll zuständig waren. Aus dem fast fertiggestellten Sportplatz auf der Dorfwiese waren, der Ernährungslage wegen, in den Kriegsjahren Kleingartenanlagen entstanden. Der bisherige Sportplatz auf dem „Rüttliacker“ und seine Einrichtung waren verwüstet. Neben Sportbekleidung mangelte es besonders an Fußballschuhen.

Am 7. September 46 fand nach Genehmigung der Militärregierung eine notwendig gewordene neue Gründungsversammlung statt. 1. Vorsitzender wurde hier Fritz Duffner, Stellvertreter Hubert Ketterer, Schriftführer Karl Wäscher, Kassier Helmut Weißer, Jugendleiter Karl Liebmann, Spielführer der 1. Mannschaft Fridolin Günter. Das Transportproblem der Mannschaften war über Fahrbereitschaften zu lösen. Der Spielbetrieb konnte im Herbst 46 wieder aufgenommen werden.

1947-48 wurde Hubert Ketterer wieder 1. Vorsitzender. Eine aus heutiger Sicht etwas verwunderliche Entscheidung wurde 1948 getroffen. Dorf und Stockwald trainierten 1 Jahr lang getrennt. Das Dorf mit Fridolin Günter, der Stockwald mit Franz Storz. 1949 wurde dann als gemeinsamer Trainingsleiter Willi Armbruster aus Villingen gewonnen, der sein Amt erfolgreich bis 1965 behielt.

Die Bedachung der inzwischen wiederhergestellten Sportplatzhütte konnte im Tausch „gesammeltes Altpapier gegen Dachpappe“ durchgeführt werden.

Die Aufarbeitung der Vereinschronik erfolgte schwerpunktmäßig von der Gründerzeit bis 1948. Die Zeit danach stellt sich eher in einer Auflistung der Ereignisse dar, da der Umfang der Ausführungen zum einen den Rahmen der Festschrift gesprengt hätte, zum anderen die Aktivitäten des Vereins eine wesentlich erweiterte Dimension annahm. Sie lehnt sich bis 1981 z.T. an die Ausführungen in den Festschriften zur 50. und 60. Jubiläumsfeier an.

Die Jahre 1950 bis 1969

Am 4. und 5. August 1951 fand das 30-jährige Vereinsjubiläum statt. Der Verein hatte damals bereits wieder zwei aktive Mannschaften und eine Jugendmannschaft.

Viel zur guten Zusammenarbeit trugen die Jahre hindurch die jeweiligen Jahresausflüge und Waldfeste bei.

Von einer amüsanten Begebenheit berichtet Schriftführer Alfons Günter 1956. Die 2. Mannschaft hatte am 3.6. 2:0 gegen Tannheim II gewonnen und war nach Unterkirnacher Rechnung Staffelmeister. Abends wurde im „Stadthof“ eine Meisterschaftsfeier abgehalten. Am nächsten Tag ist bekannt geworden, dass die Feier etwas zu früh angesetzt war. Es war noch ein Entscheidungsspiel gegen Neukirch vonnöten, dass 2:0 verloren ging.

Am 27. Juni 1963 fand unter Mitwirkung des Musikvereins, der mit dem der FC stets ein gutes Einvernehmen hatte, im Gasthaus „Zum Stadthof“ der Bezirkstag statt, wobei auch der betagte Vorsitzende des Verbandes, Herr Professor Dr. Glaser, anwesend war.

Am 20. Juli 1963 wurde das 40jährige Jubiläum des Vereins in würdiger Weise gefeiert. Höhepunkt des Jubiläums bildete das Spiel FC 08 Villingen – St. Georgen. Zum Abschluß gab es am Montag ein kleines Kinderfest, von der Schule organisiert, mit vielen Einlagen. Festpräsident war damals Bürgermeister Edmund Weißer. Aus obigem Anlaß übergab er den fertiggestellten Sportplatz auf der Dorfwiese beim Rathaus in die Obhut des Vereins.

Zur Sportplatzvorgeschichte ist anzumerken: Die Kündigung des Sportplatzes „Rütteliacker“ vom Grundhof erfolgte mehrfach, zuletzt unwiderruflich 1956 auf 1.1.60. So sah sich die Gemeinde gezwungen, in der Verlängerung des bisherigen Sportplatzes am alten Stockwaldsträßle, dorfwärts Waldgelände anzukaufen, dieses unter Mithilfe des FC für einen neuen Platz zu roden (heute wieder aufgeforstet). Als dann 1961 entschieden war, dass die neue Schule nicht auf die Dorfwiese beim Rathaus gebaut wird, wurde dieses Gelände, das schon vor dem Krieg für den Sportplatz hergerichtet war, mit dem Bauaushub der Roggenbachschule beim Friedhof aufgefüllt und ab ‚62 als neuer Sportplatz genutzt.

Zwischenzeitlich war auch ein Feld des Stadthofes am oberen Ende des Ackerlochs, an der heutigen Stockwaldstraße (früher Mooslochweg) im Gespräch. Interessant noch, was alte Fußballer erzählen:

Auf dem“Rütteliacker“ war kein Wasseranschluß. Einzige Waschgelegenheit war ein Lehmloch südlich des Platzes. Die ersten hatten noch einigermaßen sauberes Wasser. Manchmal sprang der 1. Spieler hinein, um seine Kameraden mit einer dunklen Brühe zu ärgern.

1964 wurde die Scheinwerferanlage auf dem Sportplatz verbessert und durch Aufstellung weiterer Leuchten ergänzt, was für das Training von erheblichem Vorteil war.

1965 gab Rupert Winterhalter sein Amt als Vorsitzender nach neunjähriger Tätigkeit an Karl Wäscher ab. Als Anerkennung seiner Verdienste wurde er, wie später Karl Wäscher, zum Ehrenmitglied ernannt.

1966 erfolgte die Eintragung des FC „Alemannia“ in das Vereinsregister beim Amtsgericht Villingen.

Seit 1967 wird in Unterkirnach um einen Fußballpokal der Unterkirnacher Vereine gespielt.

1968 wurde dem Verein eine Gymnastikgruppe angegliedert.